Lehrcoaching & Lehrsupervision

Eine fundierte Coachingausbildung beinhaltet neben Trainingsmodulen und Lerngruppen auch kontinuierliches Lehrcoaching.

Lehrcoaching und Lehrsupervision nimmt neben der eigenen berufliche Rolle die Lernerfahrungen in den ersten eigenen Beratungen der Coaches und Supervisor*innen in Weiterbildung in den Blick: Ausgehend von diesem Erleben treten wir gemeinsam einen weiteren Schritt zurück – aus der „Beratung erster Ordnung“ im originären Beratungssetting wird so eine „Beratung zweiter Ordnung“.

BCT_Lehrcoaching
Lehrcoraching als Beratung 2. Ordnung

Entsprechend der Standards der DGfC gestalte ich meine Lehrcoachings als Reflexions- und Klärungsprozess, der auf zehn Einheiten à 90 Minuten angelegt ist. Im Fokus der Arbeit stehen dabei in Anlehnung an Carla van Kaldenkerken (step-Beratung) die folgenden Aspekte, die ich hier um Fragen zur Selbstreflexion ergänze:

Selbstreflexion & Selbsterfahrung: Was sind „meine“ Themen? Wie reagiere ich in bestimmten, vielleicht herausfordernden Situationen? Welche Werte und Haltungen prägen mich und beinflussen und steuernd dadurch mein Handeln?

Identitäts- & Rollenklärung: Was macht meine Rolle(n) aus, wie fülle ich sie? Welche „Hüte“ habe ich wann auf? Was sind meine Grenzen? Wie und wo kann und will ich mich klar und authentisch gegenüber Erwartungen an mich und mein Handeln platzieren?

Wissensvermittlung & Instruktion: Welche Interventionen und beruflichen Handlungsmöglichkeiten kenne ich nicht nur, sondern kann sie auch gezielt und reflektiert einsetzen? Was will ich weiter vertiefen? Welches Beratungskonzept verfolge ich, welche Begründungszusammenhänge vermag ich aufzuzeigen?

Training, Übung & Vorbereitung der eigenen Praxis: Ich reflektiere kontinuierlich mein Handeln und baue so mein reiches Erfahrungswissen weiter aus. Damit entwickle ich eine positive Routine, ein hohes Maß an Souveränität und ein solides Grundvertrauen. Mir ist bewusst, dass dieser Prozess nie enden wird und auch über die Ausbildungs-, Weiterbildungs- und „Lehr“-Zeit hinaus andauert.

Kontrolle einer guten Leistung für die Kund*innen: Coach/Supervisor*in wird man nur, indem man selber berät, coacht und supervidiert. Das eigentliche Lernen erfolgt im aktiven Tun, in der engen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Menschen, die sich mir mit ihren Themen anvertrauen. Daraus erwächst – schon in den ersten eigenen Coachings – eine Verantwortung, der ich gerecht werden muss und der ich mich stelle. Im Lehrcoaching und in der Lehrsupervision wird damit immer auch die Perspektive der Qualitätssicherung eingenommen und beachtet.

Mein Verständnis von Coaching & Supervision

„Der Mensch wird am DU zum ICH“ (Martin Buber)

Systemisches Coaching

Sowohl „systemisch“ als auch „Coaching“ sind in den letzten Jahren zu Modebegriffen geworden, die inflationär gebraucht werden und dadurch allzu häufig ihre Konturen und notwendige begriffliche Schärfe verlieren.

Coaching ist für mich eine professionelle, zielorientierte und wertschätzende Begleitung von Menschen in (An-)Leitungspositionen, die ihre berufliche Tätigkeit reflektieren und neue Perspektiven auf Ihre Tätigkeitsbereiche entwickeln möchten. Im Coaching gehe ich nicht davon aus, dass es vorgefertigte Standardlösungen zu herausfordernd oder problematisch empfundenen Situationen gibt. Vielmehr geht es mir darum, gemeinsam mit dem Coachee eingefahrene Sichtweisen zu hinterfragen, neue Blickwinkel einzunehmen und damit sein individuelles Handlungsrepertoire zu erweitern.

BCT_SystemIn unseren Tätigkeiten sind wir alle eingebettet in verschiedenste soziale Systeme und Umwelten: Die Menschen, mit denen wir arbeiten, beeinflussen unser Handeln und Empfinden ebenso wie organisatorische und arbeitstechnische Rahmenbedingungen sowie unsere eigenen Wertvorstellungen und Überzeugungen.

Alle diese Aspekte müssen in den Blick genommen werden, um stimmige und für den Coachee passende Lösungen entwickeln zu können. Aus dem Grunde ist Coaching in meinem Verständnis in erster Linie eine PROZESSberatung. Selbstverständlich können aber auch Elemente einer klassischen EXPERTENberatung in das Coaching integriert werden, wenn dies den Zielen des Coachee förderlich ist.

Coaching oder Supervision?

Beide Konzepte haben sich in unterschiedlichen Kontexten entwickelt und blicken auf unterschiedliche Geschichten zurück. Aus diesen Entwicklungen haben sich verschiedenste Definitionen und Abgrenzungsversuche ergeben, die häufig mehr verwirren als klären.

Ich greife in meiner Arbeit auf eine pragmatische Unterscheidung zwischen den Beratungsformaten zurück, die ich auf der Seite Mein Angebot genauer skizziere.

Soziale und pädagogische Kontexte

Die Arbeit in pädagogischen und sozialen Umfeldern ist anders strukturiert und mit anderen Themen geladen als ökonomische, industrielle oder wissenschaftliche Umfelder. Viel mehr als in anderen Berufsfeldern stehen die Menschen mit ihren verschiedensten Eigenschaften, erfahrenen Geschichten und erlernten Verhaltensmustern im Fokus der Tätigkeit. Aus diesem ständigen und häufig emotional intensiven Miteinander resultieren immer wieder Reibungen und Konflikte. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Bedürfnissen und Erwartungen der beteiligten Menschen kann zu Irritationen und Verunsicherungen über passende und stimmige Verhaltensweisen führen. Nicht zuletzt auch die sich verändernden organisatorischen Rahmenbedingungen beschneiden Handlungsspielräume und werden als einengend und zum Teil den eigenen Vorstellungen entgegen gerichtet erlebt.

Umso wichtiger erscheint mir eine professionell begleitete, kontinuierliche Reflexion der eigenen beruflichen Tätigkeit zu sein. Coaching und Supervision können hier sinnvolle Beratungsformate sein.

Methoden im Coaching und in der Supervision

Coaching und Supervision sind immer in höchstem Maß personenorientiert. Die angeregten Reflexionsprozesse nehmen dabei sowohl eher rational-geprägte Sichtweisen und Denkstrukturen aber gerade auch emotionale, erfahrungsbezogene Erlebnis- und Erkenntnismöglichkeiten in den Blick. Gerade der letztere Aspekt eröffnet häufig Lösungen und neue Handlungsmöglichkeiten, die vorhanden, aber (noch) nicht bewusst sind.

Ich nutze in meinen Beratungen Methoden, die aus verschiedenen konzeptionellen Hintergründen entlehnt sind. Die Möglichkeiten reichen dabei von Visualisierungen über Wahrnehmungsübungen und Systemaufstellungen bis hin zu theaterpädagogischen Elementen. Analyse-Tools, die eher der Organisationsberatung zugeordnet werden können, ergänzen das Spektrum um ein weiteres.

Entscheidend aber ist, dass die gewählten Methoden zum Coachee und zum Supervisanden passen und von diesem als stimmig und bereichernd empfunden werden.

Coaching und Supervision sind keine Therapie

Auch wenn manche Methoden und Interventionen ebenfalls in therapeutischen Kontexten verwendet werden, sind Coaching und Supervision KEINE Therapie, sondern müssen von dieser klar und eindeutig abgegrenzt werden: Coaching und Supervision richten sich ausschließlich an GESUNDE Menschen, die ihr eigenes berufliches Handeln reflektieren möchten. Krankhaft verzerrte Wahrnehmungen der eigenen Wirklichkeit müssen dagegen therapeutisch von entsprechenden Experten behandelt werden.